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Wonnegrausen

Ich hätt' so gern ein Mozartzöpfchen und den Tausendtod in der Zitationsmasturbation...

Altern und Armut.

Altern und Armut.

(Quelle: anormaux)

Tagged with:  #politics  #leiden  #klassen  #altern  #sterben  #hungern
"Die Materie versteht keinen Spaß. Sie ist immer von tragischem Ernst erfüllt. Wer könnte es wagen zu denken, man könne mit der Materie spielen, man könne sie nur zum Scherz formen und der Scherz wachse nicht in sie hinein, fräße sich nicht sofort in sie hinein wie das Schicksal, wie die Bestimmung? Ahnt ihr den Schmerz, das stumme, eingesperrte Leid, das in die Materie eingeschmiedete Leid…"
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Bruno Schulz: Die Zimtläden, München 2009, S. 57.

(Quelle: abendgesellschaft)

"Sobald man allein lebt, quälen einen die Fragen nach dem ganzen eigenen Leben. Das macht einen schier fertig. Um es loszuwerden, bekleckert man alle Leute damit, die einen besuchen, und geht ihnen auf die Nerven. Allein sein heißt sich im Sterben üben."
- Louis-Ferdinand Céline: Reise ans Ende der Nacht, Reinbek bei Hamburg 2003, S. 496.
Edle Künstler_innen MDCLXXI: Gustave Caillebotte - The Floor-Scrapers, 1875.

Edle Künstler_innen MDCLXXI: Gustave Caillebotte - The Floor-Scrapers, 1875.

"Das Leben zu ertragen bleibt ja doch die erste Pflicht aller Lebenden."
- Sigmund Freud: Zeitgemäßes über Krieg und Tod II Unser Verhältnis zum Tode, in: Alfred Lorenzer & Bernhard Görlich (Hg.): Sigmund Freud - Das Unbehagen der Kultur und andere kulturtheoretische Schriften, Frankfurt am Main 2004, S. 161.

(Quelle: drkorsakov, via walter-benjamin-bluemchen)

Die Angst vor dem, was als Verstümmeltes oder Behindertes, Verkrüppeltes oder Praktisch-Bildbares zirkuliert, ist ja das Gewahrwerden, dass keine unserer Bewegungen gefeit vor dem Ungehinderten des Anderen, was uns in Ohnmacht lässt. Und freilich Extrem der Ohnmacht: Das Etwas uns etwas verunmöglicht, was irgendwie in Modellen einer Einzelwissenschaft beschreibbar sein soll, was irgendwie anatomisch, hirnphysiologisch verunmöglicht sein soll, aber so erst das Abgründige dieser Modellierungen offenbar werden lässt: Was ist der Leib doch Anderes als ein Körper, der beschreibbar, bestimmbar und per definitionem schon verstümmelt ist - um eben die Unmöglichkeit seiner Andersheit.

Die Angst vor dem, was als Verstümmeltes oder Behindertes, Verkrüppeltes oder Praktisch-Bildbares zirkuliert, ist ja das Gewahrwerden, dass keine unserer Bewegungen gefeit vor dem Ungehinderten des Anderen, was uns in Ohnmacht lässt. Und freilich Extrem der Ohnmacht: Das Etwas uns etwas verunmöglicht, was irgendwie in Modellen einer Einzelwissenschaft beschreibbar sein soll, was irgendwie anatomisch, hirnphysiologisch verunmöglicht sein soll, aber so erst das Abgründige dieser Modellierungen offenbar werden lässt: Was ist der Leib doch Anderes als ein Körper, der beschreibbar, bestimmbar und per definitionem schon verstümmelt ist - um eben die Unmöglichkeit seiner Andersheit.

(Quelle: anormaux)

"Seid ruhig, meine Freunde. Wir sind wie die Herbstzeitlose, welche erst nach dem Winter Samen trägt. Von Blumen, die versetzt werden, unterscheiden wir uns nur dadurch, daß wir über dem Versuch ein wenig stinken. Ist das so arg?"
- Georg Büchner: Dantons Tod, in: Werner R. Lehmann (Hg.): Georg Büchner - Werke und Briefe, München 1981, S. 55.
"Wie ein Fallbeil fällt, schnitten Schlaf und Traum mich plötzlich von der Welt, in der ich wirklich lebte, ab: die nackten Körper neben mir vervielfältigen sich, ein Reigen, der nicht nur lüstern und herausfordernd war, der sich nicht weniger der Lust am Zerfleischen wie der am Huren darbot und, während er sich den niedrigsten Lüsten anbot, zugleich nach dem Schmerz, nach dem Würgegriff des Todes schielte. Ein solcher Reigen kündet davon, daß Häßlichkeit, Alter, Auswurf weniger selten sind als Schönheit, Eleganz und Strahlen der Jugend. Mir war, als ob die Wasser stiegen: die Flut, dieser Unrat, und daß ich bald vor der ansteigenden Gewalt keine Zuflucht mehr fände: wie die Kehle eines Ertrinkenden sich der ungeheuren Wassermenge öffnet, so würde ich der Macht des Fluches erliegen, der Macht des Unglücks."
- Georges Bataille: Meine Mutter, in: Marion Luckow (Hg.): Georges Bataille - Das obszöne Werk, Reinbeck bei Hamburg 1977, S. 151f.
"Heute neigt man eher dazu, das Leiden als Argument gegen das Dasein in Anschlag zu bringen. Eine solche Argumentation zeugt von einer Art des Denkens, die uns teuer, freilich aber reaktiv ist. Wir nehmen darin nicht nur den Platz des Leidenden ein, sondern machen den Standpunkt des Menschen des Ressentiments, der seine Reaktionen nicht mehr ausagieren kann, zu dem unseren. Wollten wir doch verstehen, daß der aktive Sinn des Leidens in einer anderen Perspektive aufscheint: Das Leiden ist kein Argument gegen das Leben, vielmehr ein Anreiz für dasselbe, ein “Köder für das Leben”, ein Argument, das zu seinen Gunsten spricht. Leiden sehen oder selbst leiden, Schmerzen zufügen, macht eine Struktur des Lebens als aktivem aus, bildet eine aktive Äußerung desselben."
- Gilles Deleuze: Nietzsche und die Philosophie, München 1976, S. 142 (walter-benjamin-bluemchen).

(via walter-benjamin-bluemchen)