"Doch wenn sie sich dann mit einem schnaufenden Nasenlaut wieder über ihre Arbeit beugte mußte ich ihr recht geben, denn das Pfeifenrauchen führte zu keinen umwälzenden Ergebnissen, ich hörte nur den Speichel im Tabak brodeln, und der Gaumen schmerzte mir vom beizenden Rauch, und die Asche, die abgebrannten Streichhölzer und die verrußten, verklebten Tabakreste zeugten von herausgeworfenem Geld, und ich bemühte mich, nur eine kleine Einzelheit zu finden, die in diesem Prozeß zu meinen Gunsten sprach, doch ich fand keine. Ich wußte schon, wenn ich mich an den Tisch setzte, daß ich in der kurzen Zeitspanne, die mir gegeben war, nichts erreichen konnte, und doch setzte ich mich hin, nahm mir die Papiere vor, schlug in meinen Büchern irgendwelche belanglosen Dinge nach. Auch wenn ich einmal etwas auf das Papier schrieb wußte ich, daß es etwas Nichtssagendes war, trotzdem schrieb ich es hin, las es wieder durch, nickte und tat, als sage es mir etwas. Ich errichtete mir für einige Minuten ein Bollwerk, ich verschanzte mich hinter den Papieren, und der Bleistift war meine Waffe. Der Bleistift brach ab, er mußte gespitzt werden. Das nahm seine Zeit in Anspruch."
- Peter Weiß: Das Gespräch der drei Gehenden, Frankfurt am Main1996, S. 70f.