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Das Wonnegrausen

Ein Journal für den Jungspundhegelianismus après la lettre

"Amerika ist somit das Land der Zukunft, in welchem sich in vor uns liegenden Zeiten, etwa im Streite von Nord- und Südamerika, die weltgeschichtliche Wichtigkeit offenbaren soll; es ist ein Land der Sehnsucht für alle die, welche die historische Rüstkammer des alten Europas langweilt. Napoleon soll gesagt haben: Cette vieille Europe m’ennuie. Amerika hat von dem Boden auszuscheiden, auf welchem sich bis heute die Weltgeschichte begab. Was bis jetzt sich hier ereignet, ist nur der Widerhall der Alten Welt und der Ausdruck fremder Lebendigkeit, und als ein Land der Zukunft geht es uns überhaupt hier nichts an; denn wir haben es nach der Seite der Geschichte mit dem zu tun, was gewesen ist, und mit dem, was ist, – in der Philosophie aber mit dem, was weder nur gewesen ist noch erst nur sein wird, sondern mit dem, was i s t und ewig ist – mit der Vernunft, und damit haben wir zur Genüge zu tun."
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, in: Theorie Werkausgabe Band 12, S. 114.
Die Weltweisen.

Die Weltweisen.

(Quelle: gepkorte, via spurloser)

"An uns selbst sind wir noch leer. So schlafen wir leicht ein, wenn die äußeren Reize fehlen. Weiche Kissen, Dunkel, Stille lassen uns einschlafen, der Leib verdunkelt sich. Liegt man nachts wach, so ist das gar kein Wachsein, sondern zähes, verzehrendes Schleichen an Ort und Stelle. Man merkt dann, wie ungemütlich es mit nichts als mit sich selber ist."
- Bloch, Ernst (1983): Schlafen. In ders.: Spuren. S. 12. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

(Quelle: ratlosnetzwerk)

Das Heidegger-Problem. Vorläufige Skizze einer Argumentation

I. Es ist selbstverständlich so, dass das Werk Heideggers durch einen Antisemitismus bestimmt ist, der sich auch praktisch-politisch ausdrückte, indem er die Rektoratsrede hielt, indem er sich in seinen Schwarzen Heften zur Verschwörung des Jüdischen gegen das Deutsche bekannte, dies in gewisser Weise „philosophierte“. Das ist selbstverständlich ein Problem des Denkens und ganz gewiss eines des Heidegger’schen Denkens. Warum jemand Kluges und irgendwie Wahres und zugleich die gröbste Dummheit in einem Werk verfasst haben könnte, das mag Heideggerianern ein Rätsel sein, für andere ist es nicht sonderlich irritierend, sondern irgendwie folgerichtig.    

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Hab’ mich gerne Postmoderne – Bristol Tattoo Club, Great Britain, 1950.

Hab’ mich gerne Postmoderne – Bristol Tattoo Club, Great Britain, 1950.

(Quelle: cruello, via actionboy)

Hab’ Dich gerne: Selbst-Mit-Leid.

Hab’ Dich gerne: Selbst-Mit-Leid.

(Quelle: neurobutt, via actionboy)

(Un)edle Künstler_innen MDCLXIII: Kent Monkman – Forest with Trees, 2008.
Gerne als Kritik des Eurozentrismus gelesen und so die zeitgemäße Lektüre des Edlen Wilden dargestellt. Monkman betitelt es als “Forest with Trees”, das erhabene Sujet (Wolkeneinbrüche, Regenbögen, sich bäumende und verwitterte Nadler, das Schattenspiel des Wettertreibens) ist bereits Bild des Malers, der es erblickt und zugleich: was er vergisst. Denn er vergisst, dass diese Landschaft nie ohne Gesellschaft war, dass jene Nomaden dort schon lebten.
Und irgendwie sehen die jungen Nomaden recht veraltet aus. Ihre Neonfarben mögen den neusten Moden des Urbanen entsprechen, hier mag der Forscher der gentrifizierten Orte seinen Vintage finden, aber er weiß, sie rekeln sich doch nur vor einem Wasserfall, der meilenweit von dem entfernt ist, wo wir leben wollen. Alle Laszivität und ihre Anmut können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vermeintlich Autochthonen selbst zugezogen sind: Sie kleiden sich, als wären sie die Übertreibung eines längst im Kommen gebliebenen Stils, der doch zu sehr einem Bild verhaftet geblieben ist. Moden wechseln aber und darum auch dasjenige, was als Autochthones nur Anhängsel eines Bodens, eines Ortes, einer Landschaft sein kann, die immer schon ins Bild gesetzt wurde. Genau dieses Spiel fängt Monkman plakativ ein.

(Un)edle Künstler_innen MDCLXIIIKent MonkmanForest with Trees, 2008.

Gerne als Kritik des Eurozentrismus gelesen und so die zeitgemäße Lektüre des Edlen Wilden dargestellt. Monkman betitelt es als “Forest with Trees”, das erhabene Sujet (Wolkeneinbrüche, Regenbögen, sich bäumende und verwitterte Nadler, das Schattenspiel des Wettertreibens) ist bereits Bild des Malers, der es erblickt und zugleich: was er vergisst. Denn er vergisst, dass diese Landschaft nie ohne Gesellschaft war, dass jene Nomaden dort schon lebten.

Und irgendwie sehen die jungen Nomaden recht veraltet aus. Ihre Neonfarben mögen den neusten Moden des Urbanen entsprechen, hier mag der Forscher der gentrifizierten Orte seinen Vintage finden, aber er weiß, sie rekeln sich doch nur vor einem Wasserfall, der meilenweit von dem entfernt ist, wo wir leben wollen. Alle Laszivität und ihre Anmut können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vermeintlich Autochthonen selbst zugezogen sind: Sie kleiden sich, als wären sie die Übertreibung eines längst im Kommen gebliebenen Stils, der doch zu sehr einem Bild verhaftet geblieben ist. Moden wechseln aber und darum auch dasjenige, was als Autochthones nur Anhängsel eines Bodens, eines Ortes, einer Landschaft sein kann, die immer schon ins Bild gesetzt wurde. Genau dieses Spiel fängt Monkman plakativ ein.

(Quelle: cavetocanvas)

Abgesang des Alltags

Kaum hört es auf, schon fängt es wieder an. Der Alltag ist dadurch er selbst, weil er jeden Tag irgendwie ist, oder vielleicht gewesen sein wird. Du wirst aufstehen, Du wirst etwas essen, schlafen, einen Orgasmus haben, rauchen oder genau wieder denselben Kiosk aufsuchen, weil dort diese Begegnung ist; dieses kurze Gespräch über irgendein Alltägliches, wie das Wetter, die Reise oder das Wechselgeld. Irgendein Scherz, ein bisschen Würze, vielleicht auch scharf. Oder Du gehst zu dem Kiosk, weil er Dir vertraut ist, Du diese Wege gehst, weil sie Dich schnell durch den Alltag tragen, weil dieser Kioskbesitzer nicht illiterat ist. Aber situativ kann er das sein. Das scheint auch der Alltag zu sein. Aber lassen wir diese Ereignisse beiseite, unsere erinnerten Begegnungen mit dem Kioskbesitzer sollen ja alltägliche sein.

Und alltäglich ist es diese Wiederholung, die unseren Alltag als Alltägliches bestimmt, vielleicht bedeutet sie für uns die Verzweiflung oder ein scheinbar Notwendiges, nichts Schlimmes, weil sie getätigt werden muss, damit es so gewesen sein wird, dass wir sagen können, dass dies mein Alltag ist. Ich erzähle über meinen Alltag, vielleicht erinnere ich mich auch wieder an meinen All-Tag, das Allgemeine, was all das jetzt so bestimmt, dass ich von all diesen Augenblicken sagen kann, dass solche Augenblicke sich so wiederholt haben, sie seien alltäglich, sie seien mein Alltag. Und darin liegt ja auch das Verzwickte: Ich erzähle nicht nur über meinen Alltag, ich erzähle mir oder anderen, im wesentlichen Anderen davon, dass ich dies heute gemacht habe. Und genau dies kann den Anderen ungeheuer langweilen: Ich erinnere mich bloß an das, was ich ihm oder ihr schon oft erzählt habe. Ja, Alltag halt.

Diese Wiederholung ist auch ein bloßes Wiederholen: Wir holen etwas aus unserer Erinnerung wieder zurück in eine Gegenwärtigkeit. Dann wäre aber die Frage, ob eine solche Aussage, wirklich die Wiederholung trifft. Diese verbale Modifikation des Begriffes Wiederholung hin zum ‘wieder-holen’ wirkt irgendwie wie eine schlechte Abstraktion, ein Bemühen der Etymologie, wie ein akademisches Unterfangen. Und akademische Unterfangen sind immer schlecht alltäglich, wir könnten sogar sagen, dass sie uns meistens gelangweilt haben. Wenn ich darüber erzähle, was ich alltäglich getan habe, dann kann ich mich daran erinnern, dass ich dies schon oft oder zu oft getan habe. Eine lange Weile habe ich dies getan und mir könnte auffallen, dass ich dies nicht mehr tun mag, weil es öde ist, weil ich mich langweile an und in meinem Alltag.

Und wenn ich jetzt so über den Alltag nachdenke, dann habe ich mich meinem Alltag entfremdet. Und diese Entfremdung ist notwendig, um zu begreifen, nicht dass mein Leben, meine Existenz oder irgendeine andere schlechte Abstraktion mich langweilt, nein, mein Alltag ist so eine “Wiederholung des Immergleichen” (Adorno), dass es mich von dem, was potentiell möglich ist, entfernt hat: Ich denke daran nicht mehr, nein, ich tue es sogar nicht mehr. Potentiell könnte ich Schönes, Lustvolles vollziehen, etwas Aufregendes oder etwas Widerständiges, was dem Wiederholen eine Störung entgegensetzt, so dass ich es nicht mehr tue, nicht mehr etwas wieder-hole. Und all das Erzählen oder Sprechen von dem mir Möglichen ist immer schon von sich selbst entfremdet, weil es nicht dergestalt wirklich ist, dass ich es auch vollziehe. Und um keine Wiederholung des Immergleichen wirklich werden zu lassen, muss ich selbst Moment einer wirklichen Bewegung gewesen sein. Es kommt also nicht bloß auf mich und meine Möglichkeiten an. Ich wieder-hole nicht etwas, weil ich mich für eine bestimmte Möglichkeit des Tuns entschieden hätte, indem ich etwas tue, was ich auch als Alltägliches beschreiben könnte.

Wir tuen genau genommen noch nicht einmal dies, wenn wir das tun, was wir damit beschreiben, dass wir etwas ‘wieder-holt’ haben. Wir müssen nicht uns daran erinnern, wo jetzt nochmals dieser Kiosk oder diese U-Bahnstation war, dieser Weg zur Arbeitsstelle oder zur Geliebten. Wir tun es einfach. Wir stehen auf, gehen zur Arbeit oder schlafen aus. Man mag auch von Gewohnheit oder gelebter Sittlichkeit reden. Wenn wir behaupteten, wir holten etwas je und je wieder, wir täten dies im Sinne einer vernünftigen, bewussten Entscheidung, einem dem Handeln vorhergehenden Urteilen, dann ist es nicht wirklich alltäglich. Wenn es alltäglich ist, dann tun wir es nicht wirklich bewusst. Das Wieder-Holen ist wesentlich unbewusst, damit es eine Wiederholung sein kann, die auch und wesentlich der Alltag ist. Wer den Alltag denkt, als wäre er als wirklicher Alltag die Bestimmung einer Möglichkeit als zu tuender, dann müssten wir begreifen, dass eine Veränderung des Wiederholens nicht der vorhergehenden Analyse der Bedingungen der Möglichkeit von etwas bedarf. Dies gehört zu einem transzendentalen Idealismus oder zu einer romantischen Entfremdungstheorie. Ich muss nicht des menschlichen Wesens und seiner ungeheuren Möglichkeiten eingedenk sein, um anzuerkennen, dass mein Alltag schrecklich öde ist. Dafür bedarf ich nicht einer begrifflichen Rekonstruktion all jener Weisen über meinen Alltag und seine Wiederholungen zu sprechen. Wenn ich aber über diesen Alltag und seine Wiederholungen spreche, dann tue ich dies nicht erfüllt davon, dass etwas Aufregendes, Schönes oder Beglückendes mir widerfahren ist. Oder ich tue es nur so, dass genau dieses Etwas, dieses Aufregende, Ekstatische oder Ereignisreiche meine Wiederholung des Immergleichen erst mir als solche gibt: Die Gabe anzuerkennen, dass es die “alte Scheiße” (Marx) ist, in der ich stecke, feststecke.

Wir wissen auch darum, dass wenn wir uns Gedanken über diese Wiederholungen des Alltäglichen machen, beständig im Verdacht sind, dass etwas dieses Alltägliche irritiert, dass es vielleicht die Verzweiflung ist, dass es sich wiederholt. Die Wiederholung des Immergleichen, der Alltag, ist nicht wirklich als solcher zu fassen. Nicht umsonst redet Nietzsche von der “ewigen Wiederkehr”. Die Wiederkehr ist nicht die Wiederholung. Der Alltag ist eine ewige Wiederkehr, weil dasjenige, was die Kehre ist, nicht etwas ist, was ich einfach so bestimmt habe (zugespitzt im Satz: “Es kehrt sich alles gegen mich”). Meistens entscheide ich mich nicht für eine von vielen Möglichkeiten: Ich wurde auch entschieden, indem ich das tue, was mein Alltag ist, was ich alltäglich tue, einfach bloß, weil ich selbst vor mir vernünftigerweise behaupten könnte (was ich aber meistens unterlasse): Ja, das mache ich, weil ich es schon häufiger so gemacht habe, weil ich es für vernünftig erachte. Ja, das mag ja sein, nur ist es dann nicht bloß alltäglich: Der Alltag ist weder frei vom Desaster noch ist die Wiederholung frei davon, dass, indem sie sich wiederholt, sie etwas Anderes gewesen sein wird. Und wir müssen in diesem Tempus sprechen, dem Futur II, weil Wiederholung das Gleiche gewesen sein muss, um Wiederholung zu sein. Aber indem die Wiederholung das Gleiche gewesen sein wird, muss sie “notwendig möglich” (Derrida) ein anderes gewesen sein, um sie von dem anderen Wiederholten zu unterscheiden. Die Wiederholung kann nicht begriffen werden, wenn sie bloß dem Immergleichen ist. Wenn ich etwas wieder-hole, dann kann es sich mir auch als Anderes ereignen, es kann anders geworden sein – weil ich mich an es erinnere, dass es einmal anders war, weil ich merke, dass es sich nun anders anfühlt, weil es mir wiedergekehrt ist: Die Wiederholung ist auch die Differenz, “die Zeit und das Werden, in das sie sich einschreibt, determiniert, genauso wie die Ewige Wiederkehr vorausahnen läßt, daß die Differenz sich als Wiederholung erweist und die Wiederholung Differenz ist. Die Differenz ist keine zeitlose Regel, kein starres Gesetz. Sie ist […] der Raum, sofern ‘er sich räumt und sich ausstreut’, und die Zeit: nicht als teleologische Homogenität des Werdens, sondern als Werden, sofern ‘es sich skandiert, sich einzieht’, sich unterbricht und sich, in dieser Unterbrechung, nicht fortsetzt, sondern fort-setzt; woraus zu schließen wäre, daß die Differenz, Zeit-Raum-Spiel, das stille Spiel der Bezüge, ‘die vielfältige Entbindung’, welche die Schrift anleitet, ist, und zu der kühnen Behauptung führt, daß die Differenz, wesentlich schreibt” (Blanchot). Haben wir also wieder geschrieben, wenn uns nicht nur der Alltag unaushaltbar wird? Wenn sich mir der Alltag so ausgestreut hat, über viele Räume, Wege, Strecken, Termine und Wiederholungen, dass ich anerkennen muss, dass ich gar nicht mehr genau weiß, ob dies mein Alltag ist oder irgendetwas, was ich überhaupt nicht länger meinen Alltag nennen möchte?

Oder ist nicht anzuerkennen, dass der Alltag weder die präsente Möglichkeit des Anderen ist noch seine gänzliche Abwesenheit? Ist der Alltag nicht der Widerspruch des Anderen (als Kategorie einer Konstellation des Begriffes der Praxis)? Widerspricht es nicht dem Alltag, so von ihm zu reden, dass er stets genau dieser Alltag war oder gewesen sein wird? Der Alltag ist nicht der All-Tag. Ich müsste sonst verrückt werden, oder abgestellt, oder arbeiten, oder mir eine Erkältung oder Melancholie zuziehen. Ja, dann ist diese schlechte Abstraktion, dieser Alltag so erdrückend, dass er eine Wiederholung des Immergleichen ist, und vielleicht sogar die Wiederkehr des Desasters oder des Glücks.

"Doch diese Frage stellt sich in Begriffen, die es Anfang des 20. Jahrhunderts nicht geben konnte: mehr als man selbst (bis wohin?) oder ein anderer als man selbst (wer?) sein. Das ist eine Sprache, die wir alle gut kennen: die Sprache der Droge."
- Alain Ehrenberg: Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart, Frankfurt am Main 2008, S. 282.
(Un)edle Künstler_innen MDCLXIII: Carl Larsson – Esbjorn Doing His Homework, 1912.

(Un)edle Künstler_innen MDCLXIII: Carl Larsson – Esbjorn Doing His Homework, 1912.

(via cavetocanvas)

"So eine Kleinstadt bedrückt mich. Nun gut, die Linde rauscht, Vögel singen, der Brunnen plätschert, aber das taten sie schon vor einer halben Stunde."
- Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame, Zürich 1998, S. 73.
"Er liegt im Liegestuhl, wegen der großen Hitze im Schatten, und ist mit einer schwierigen Lektüre beschäftigt. Eine geistige Übung die er für nötig erachtet, man weiß nicht recht weshalb, denn da er durch die Hitze erschöpft versteht er keine Zeile von dem was er liest. Anmerkungen am Rande, die auf nichts Bezug haben, Fallenlassen des Buches ins Gras, dazwischen ein kurzes Nickerchen, schlechtes Gewissen beim Aufheben … Kurz, die Ferien mit ihrer ganzen Nichtigkeit. Doch Monsieur Traum legt Wert auf die Feststellung, er sei in Ferien, um sich heuchlerisch dafür zu bestrafen, daß er das ganze Jahr über nichts tut."
- Robert Pinget: Kurzschrift. Aus Monsieur Traums Notizheften, Berlin 1991, S. 20.
"Es raant!
De Loi sei all im Haus.
De Mesde dempt on aach dr Gorde.
Es raant!
Sugor de Katz, dej giit net naus.
-
Es raant!
Da wörd es miirschdens kalt,
dos dauert aach noch lang.
Es raant!
De Niwweln schdeie off, dert hönne öwwerm Wald.
-
Es raant!
Aich gugge aus em Fiister,
dert kimmt e Auto on schpretzt Dreckbroi ga de Loi.
Es raant!
Raawasser drebbelt vo em Giisder.
-
Mir konn net naus, uus Hond net on aach aich,
es hiird goar net mi off.
Es raant!
Langweilich örr es etz, fiir daich on aach fiir maich.
-
Es raant!
Etz örr aach noch dr Fernseher gabutt gegange,
mr waas net, wos mr mache soll.
Es raant!
Mr waas naud met sich oozefange.
-
Es raant.
Es raant aach mii wej genung on da örres miirschdens kalt
hej bei uus, net weit vo em Westerwald."
- Eberhard L. Betz: Es raaant!, in: Eberhard L. Betz und Albrecht Thielmann (Hg.): Etz bass off!, Dillenburg 1987, S. 30.
The most natural thing in the world I: Die Künstlichkeit (novaffanculotu).

The most natural thing in the world I: Die Künstlichkeit (novaffanculotu).

(via neology)

"Ich kann mich auf nichts konzentrieren, weil mich alles langweilt, alles regt mich zur Zerstreuung an. Dagegen habe ich mich für enorm vieles interessiert, aber für nichts bis zum Ende, außer vielleicht für die Langeweile …
Ich bin ein Besessener, der sich zerstreut, der seine Obsessionen vergeudet und vernichtet. Ich werde ein großer Liebhaber des Unheilbaren gewesen sein."
- Émil Michel Cioran in Cahier de Talamanca, 1966/2000, (verblendungszusammenhang)

(via verblendungszusammenhang-deacti)