(Quelle: abendgesellschaft)
(Quelle: lf)
Die Penislosigkeit des Reptils mag dem Blick des Knaben so entgehen, wie der beschuppte Schwanz in jedes Bild hineinhängt.
(Quelle: sassandgrass, via onlyaabutxxx)
“Totgespielt”.
(via abendgesellschaft)
Die Nachträglichkeit der Zentrierung der Lust, und ihr beständiges Probieren.
(Quelle: anormaux)
Schöne Schmerzen XIII: Fadige Schleimbildungen.
(Quelle: cumcanvas, via astroisgoodforyou)
Anzustrebende Wohnorte XIII: Marginalisierte Lesekreise.
Die Rückkehr in den Studienort markiert immer ein Ereignis, was sich in Kreisen vollzieht. Es fängt irgendwo an, wo es fast immer anfing: In einem Zimmer, was mit Sitzgelegenheiten überfüllt war, was von Tischen bevölkert wurde, die voll waren. Asche, Flaschen, mit Asche und Filtern gefüllte Tassen oder Gläser, je wechselnd, da es beständig dämmerte. Es war vollkommen gleich, wo es anfing. Es fing dort an, wo eine anfing zu sprechen, wo es meist um irgendeinen Text ging, wo irgendein Text mitsprach. Er lag vor einem, war irgendwie erinnert präsent, berührte jemand anderes an der Stirn oder im Magen.
Im Sprechen über Texte verfeinerte sich die Inneneinrichtung. Es kamen Bücher hinzu. Ein Wettstreit um die pure Quantität von Buchleibern, die sich an den Wänden stapeln und in den Regalen reihen sollten. War dies nicht gegeben, wurde mit Anschaffungsbemühungen rationalisiert, es wurde auf die Kopienstapel verwiesen oder davon gesprochen, dass einem das Gespräch zur Stützung des Wissens oder Begreifens stets angemessener erschienen sei. Manche_r musste auch aussprechen, dass ihm oder ihr Theorie nie so wichtig gewesen sei, eher die bildende Kunst oder das Musikalische. Dann gab es Plattenreihen oder einen Gerhard Richter. Aber auch sonst bleibt das Mobiliar nicht von den Gegenständen des Gesprächs ausgeschlossen. Es wird anerkannt in seiner Farbkomposition, in der Schönheit der Weingläser oder in der Unabgestimmtheit von Küchenboden und Bestuhlung. Es war erwachsener geworden, es gab eine Sorge um den anderen, die nicht unbedingt in Ressentiment und Rancune untergehen musste. Aber durchwegs, gerade im Anfangen, aufkommen musste.
In manchen dieser Kreise fand man auch andere Aufarbeitungsstrategien oder Verdrängungsmaschinen: Es wurde der Rausch intensiviert oder die Gerichtetheit der Beleidigungen, so dass diese als kleine Partikel aufgenommen und verteilt wurden. Dies ist meist dort gegeben, wo es einen Hang zum gebundenen Sprechen gibt, einem Sprechen in bestimmten Versen. In solchen musikalischen Kreisen kann länger gerastet werden, weil sie auch dem Rausch nie abträglich sind. Meist sind dort die Gespräche systematischer, als in den Kreisen, die sich ausschließlich auf Texte verfestigt haben. Sie greifen punktuell ein, entfalten dies, solange der Beat anhält; sie verflüchtigen sich wieder, wo es in Feindmarkierungen gipfeln könnte und stiften einen faulen bis umstrittenen Frieden. Findet sich im textuellorientierten Lesekreis eine solche Verunreinigung ein, so kann diese immerhin mit neuen Referenzen überboten werden, die nicht einfach auf Metrik, Metaphorik und Korrespondenzverhältnisse zum Beat abzielen, sondern ein ungeteiltes Gemeinsames in den Raum überführen: Das Nicht-Wissen.
Freilich kann das Nicht-Wissen mit der Zahl der in einem Raum nicht befindlichen Bücher gleichgesetzt werden. In infantilen Lesekreisen wird dies an der Zahl der Bücher markiert, die in den Kanon gehören. Es werden erst immer die fünf oder zehn zentralen Werke in den Bücherregalen ausgemacht, dann kann in die Differenzierungen ausgebrochen werden, so dass sich auch dort Gemeinsamkeiten finden. Manchmal wird aber auch das Nicht-Wissen im Gespräch manifest, so dass es sich in unterschiedlichen Handlungen anerkannt weiß.
Triumphiert das Bornierte, der Verweis auf die Unbelesenheit oder die Lüge, dass dies doch alles sonnenklar sei, dann muss dieser Kreis verlassen werden. Schamesröte und Selbstkritiktribunale sind dieser freiwilligen Organisationsform unangemessen, wenn sie überhaupt je ihre Angemessenheit entfalten konnten. Bedingt durch die aufkommenden Hierarchisierungstendenzen in solchen Kreisen, wer denn nun das Erste ist, in welcher Hinsicht auch immer, die oder der kann nur zeitweise an dem Anfang stehen, da im Kreis stets alles gleich nah zum Mittelpunkt sein muss, so dass immer wieder Menschen aus diesem Kreis ausscheiden. Der Kreis ist auch eine Reinszenierung. Er wiederholt sich nicht nur jede Woche, außer in den Semesterferien, sondern er hat auch immer wieder dieselben Streits. Wechseln dann nicht die Hierarchisierungsmuster, dann ist er abgestorben, dann toben Grabenkämpfe. Solche Reinszenierungen verlangen andere Formen des Austausches oder des Dialogs, die nicht in Lesekreisen zu bewältigen sind. Die Gleichsetzung von Lesekreis und Selbsthilfegruppe kann inszestuöse bis triangulierte Formen hervortreiben, die meist sehr strapaziös verlaufen, sehr aufzehrend sind.
Das Wundersame in gewissen Zeiten in Marburg war, dass es stets so viele Lesekreise gab, dass einfach die Fluktuation des schönen Sprechens so groß war, dass es keinen sinnvollen Anfang oder ein unangemessenes Enden gegeben hätte: Sie lasen auch dann noch, als die Lichtquellen ihrer Erkenntnis schon längst abgestellt waren und der Kabelbruch jedes gebundene Sprechen unmöglich machte. Marburg war für eine Zeit, zwei Lesekreis. Immer mal wieder jenseits einer Wahrheit seienden Orthodoxie und einer repressiven Toleranz der Beliebigkeiten. Gut, dass sich so etwas reinszenieren lässt.
(via naipan)
(Quelle: brainexpectingrain)
(Quelle: sammeldeineknochen)
Die Verwerfungen eines Elektrakomplexes in Rotz und Lidschatten.
(Quelle: anormaux)
Welch Schamesröte an diesem Namen klebt: Liebeskugeln in asiatischen Massagebecken, schwarze Penisse, gesenkt-spreizende Beine auf Kokuspalmen, herausfordernde Griffe irgendwohin, wo es pulsierte, Exotismus und ein Schuss Karneval und die Ödnis der Fernbedienung und der huschenden Ruhe des provinziellen Privatfernsehgenüsschens, und das panisch-harsche Drücken dieses roten Knopfes, wenn das Garagentor sich schloss (aminuteofperfection).
(via mephistopholus)