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Wonnegrausen

Ich hätt' so gern ein Mozartzöpfchen und den Tausendtod in der Zitationsmasturbation...

"Oft habe ich […] den Eindruck, dieser Stil stellt eine Art Racheaktion dar. Da Sie auf politische Aktion oder Teilnahme an wirklicher oppositioneller Opposition verzichten, versuchen Sie, mit sprachlichen Mitteln etwas Aktionsähnliches zu erzeugen, mindestens dem Leser etwas anzutun."
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Günther Anders: Brief an Theodor W. Adorno vom 27. August 1963, in: Theodor W. Adorno Archiv (Hg.): Adorno. Eine Bildmonographie, Frankfurt am Main 2003, S. 277.

"Vergeltung ist die Zeit, die sich aufgrund der Schuld versäumt hat."
- Alexander Garcia Düttmann: Das Gedächtnis des Denkens. Versuch über Heidegger und Adorno, Frankfurt am Main1991, S. 52.
"Es hilft nichts: philosophisch sind wir immer noch Zeitgenossen der Junghegelianer."
- Jürgen Habermas: Nachmetaphysischer Denken, Frankfurt am Main 1992, S. 277.
"Glück wird aus Verlust geboren,
Ewig ist nur, was verloren."
- Henrik Ibsen zitiert nach: Walter Benjamin: Brief an Max Horkheimer vom 28. März 1937, in: Rolf Tiedemann und Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band II.3, Frankfurt am Main 1991, S. 1338.

(Quelle: walter-benjamin-bluemchen)

"Die Krisis der Sachlichkeit ist kein Signal, diese durch ein Menschliches zu ersetzen, das sogleich in Zuspruch degenerierte, Korrelat der real ansteigenden Unmenschlichkeit. Bis zum bitteren Ende gedacht, wendet jedoch Sachlichkeit sich zum barbarischen Vorkünstlerischen. Noch die ästhetisch hochgezüchtete Allergie gegen Kitsch, Ornament, Überflüssiges, dem Luxus sich Näherndes hat auch den Aspekt von Barbarei; des nach Freuds Theorie destruktiven Unbehagens in der Kultur. Die Antinomien der Sachlichkeit bezeugen jenes Stück Dialektik der Aufklärung, in dem Fortschritt und Regression ineinander sind. Das Barbarische ist das Buchstäbliche. Gänzlich versachlicht wird das Kunstwerk, kraft seiner puren Gesetzmäßigkeit, zum bloßen Faktum und damit als Kunst abgeschafft. Die Alternative, die in der Krisis sich öffnet, ist die, entweder aus der Kunst herauszufallen oder deren eigenen Begriff zu verändern."
- Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, Frankfurt am Main, 1970, S. 15.

(Quelle: universalestate, via spurloser)

Linearität ist ein Kindheitswunsch.

Linearität ist ein Kindheitswunsch.

(via frutelia3000)

Das Vor und Nach der Dampfmaschinenguerilla.

Das Vor und Nach der Dampfmaschinenguerilla.

(Quelle: politics-war, via r-i-o-t)

"Die ewige Wiederkehr nennt die ewige Wiederkehr des Selben und die Wiederholung nennt die Abkehr, den Umweg, auf dem sich das andere mit dem Selben identifiziert, um zur Nichtidentität des Selben zu werden und das Selbe in seiner Wiederkehr, die es von sich abkehrt, immer anders als es selbst werden zu lassen. […] Und derart die Wiederholung unendlich wiederholend, macht sie sie gewissermaßen zur Parodie, aber entzieht sie auch all dem, was zu wiederholen die Macht hätte: denn sie nennt sie als nichtidentifizierbare, irrepräsentable, nicht wiedererkennbare Affirmation und legt sie zugleich in Trümmer, indem sie sie, als ein unbestimmtes Murmeln, im Schweigen wiederaufrichtet, das sie seinerseits zertrümmert, indem sie es als jene Rede zu verstehen gibt, welche aus der tiefsten Vergangenheit, aus der entferntesten Zukunft immer schon als die immer noch zu kommende Rede gesprochen hat."
- Maurice Blanchot: Nietzsche und die fragmentarische Schrift, in: Werner Hamacher (Hg.): Nietzsche aus Frankreich, Frankfurt am Main – Berlin 1986, S. 59.
Das Geheimnis der Kapseln.

Das Geheimnis der Kapseln.

(via sigmundfreudanalyzethis)

"Kommunismus, Gemeinschaft: solche Termini sind wirklich Termini, insofern die Geschichte, die grandiosen Enttäuschungen der Geschichte sie uns auf dem Hintergrund eines Desasters erkennen lassen, das weit über den Ruin hinausgeht.
Entehrte oder verratene Begriffe, das gibt es nicht, wohl aber Begriffe, die nicht »angemessen« sind ohne ihre eigentliche oder uneigentliche Preisgabe (die nicht ihre schlichte Negation ist), und das erlaubt uns nicht, sie ruhig zurückzuweisen oder zu verwerfen. Was immer wir vorhaben, wir sind gerade durch ihre Zerrüttung ans sie gebunden."
- Maurice Blanchot: Die uneingestehbare Gemeinschaft, Berlin 2007, S. 10.
Unterschätzte Tierarten MDCLXIII: Bambiraptor feinbergorum.

Unterschätzte Tierarten MDCLXIII: Bambiraptor feinbergorum.

(Quelle: fuckyeahdinoart)

"– »Nie mehr, nie mehr!«
– Und doch ist da ein Widerspruch: dieses »Nie mehr« ist nicht ewig, weil man selbst eines Tages stirbt.
»Nie mehr« ist das Wort eines Unsterblichen."
- Roland Barthes: Tagebuch der Trauer, München 2010, S. 21.
"Von Kyrene begab sich Plato nach Ägypten, bald darauf aber nach Großgriechenland […]; er kaufte um schweres Geld die Schriften der älteren Pythagoräer und errichtete Freundschaft mit Dion in Sizilien. Hierauf trat er in Athen/in der Akademie als Lehrer auf, ein Spaziergang, in dem sich ein Gymnasium befand; die Anlage war gemacht zur Ehre des Heros Akademos, aber dieser ist in die Dunkelheit getreten und Plato ist der wahre Heros der Akademie. Seine Geschichte in Athen unterbrach er durch dreimaliges Reisen zu Dionysius dem jüngeren, der Herrscher von Syrakus und Sizilien war. Dieses Verhältnis machte in seinem Leben einen bedeutenden Punkt aus. Es war teils die Freundschaft zu Dion, die ihn bewegte, dahin zu reisen, besonders aber war es die Hoffnung durch Dionysius eine wahre Staatsverfassung in die Wirklichkeit gesetzt zu sehen. Dies sieht jetzt oberflächlich recht plausibel aus und ist in hundert politischen Romanen zum Grund gelegt, ein junger Fürst und hinter ihm, neben ihm, steht ein weiser Mann, ein Philosoph, der ihn unterrichtet, inspiriert; dies ist eine Vorstellung, die in sich hohl ist."
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über Platon (1825-1826). Unveröffentlichter Text, herausgegeben von Jean-Louis Vieillard-Baron, Frankfurt am Main – Berlin – Wien 1979, S. 67.

(Quelle: abendgesellschaft)

"Mein Leib verspürte in dem ihren seine eigene Wärme und drängte zu ihr, ich wachte auf. Die übrige Menschheit war mir dann ferngerückt zu dieser Frau, die ich vor Sekunden erst verlassen hatte; meine Wange war noch warm von ihrem Kuß, mein Leib von ihrem Gewicht zerschlagen."
- Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, In Swanns Welt, Erster Teil Combray,  Werkausgabe, Band 1, Frankfurt am Main 1976, S.11.

(Quelle: nokturn, via abendgesellschaft)