Edle Künstler_innen MDCXLIII: Odilon Redon - Die lachende Spinne, 1881.
(Quelle: andmymouthisanhourglassofblood)
(Quelle: edsminorplace)
(Quelle: nokturn)
Die Angst vor dem, was als Verstümmeltes oder Behindertes, Verkrüppeltes oder Praktisch-Bildbares zirkuliert, ist ja das Gewahrwerden, dass keine unserer Bewegungen gefeit vor dem Ungehinderten des Anderen, was uns in Ohnmacht lässt. Und freilich Extrem der Ohnmacht: Das Etwas uns etwas verunmöglicht, was irgendwie in Modellen einer Einzelwissenschaft beschreibbar sein soll, was irgendwie anatomisch, hirnphysiologisch verunmöglicht sein soll, aber so erst das Abgründige dieser Modellierungen offenbar werden lässt: Was ist der Leib doch Anderes als ein Körper, der beschreibbar, bestimmbar und per definitionem schon verstümmelt ist - um eben die Unmöglichkeit seiner Andersheit.
(Quelle: anormaux)
(Quelle: hankythewanky, via brainexpectingrain)
Glückliche Tage der Menschheit XVIII: Mit Zigarette an Granatwerfern gegen Gaddafi.
(via morgenthau)
Schwierige Vergegenständlichungen notwendiger Metaphern XXIII: Der Nach-Rausch. Es klebt, im Bett, vor allem im Kopf, der ziehende Schmerz von Schläfe bis Hinterraum, der etwas eröffnet, was unmöglich an der Schädeldecke seine Grenze finden kann. Vielleicht ist etwas ausgetreten. Wahr-Scheinlich. Es schwimmt. Die Augen können sich nur schwierig öffnen, irgendwie zwischen leicht wässrig bis staubtrocken changierend, ein Sog, der irgendwie alles kreisen lässt, was unmöglich irgendwo im Bett seinen Anfang hatte, aber doch in dieser alles erdrückenden Übelkeit seinen Grund, seinen Ab-Grund finden mag… nur jetzt nicht dies eine, dieses Anfüllen der Augen, das Schwärzeln und Krampfen irgendwo weit unten - ach, wenn es sich doch ergösse, wenn es doch hervorträte - niemals. Das krampfhafte Schließen der Augen, das Wieder- und Wiederschlafenwollen, das Einkehren des Kopfes, das Versenken in die Falten des Kissens treibt den Sog nur weiter an; er hat sich längst auch dem Boden bemächtigt, nicht nur der Luft, der Spiegelungen. Nur noch einmal einschlafen. Spuren davon. Spuren davon, dass Scherben überall dort liegen, Scherben irgendwelcher Begegnungen, Tritte und Kratzungen, Sprachfetzen und Austritte. Irgendetwas war vorgefallen, was irgendwo jetzt dort zu einer Woge sich ansammelt und sich ausspülen will. Ein Stich im Fuß.
Der Stich kann nicht nachlassen, weil er nicht lokalisiert wurde. Er hat sich der Erscheinung des Zimmers bemächtigt. Er ist in der Bettdecke, wie in der Matratze, weil man ständig dagegen kommt. Es kann unmöglich nicht überall dort sein, wo wir hinlangen können. Finger können es betasten, irgendwann, nach endlosen, zwecklosen Streckungen, die sich langsam die Wirbelsäule hinunterkrampften. Jetzt einfach sterben. Schwärze nur noch Schwärze. Doch aus dem Ritz kommt eine kleine, längliche rote Scherbe, so fein zugespitzt, dass es irgendwie schön war, dass sie dort steckte. Denn vor diesem Zeitpunkt hatte sich alles auf den Schmerz im Fuß konzentriert, jetzt wurden die Darmwälle von einer Übelkeit überflutet, die Blut mit Austritt streng assoziiert ließ.
Dass ich nicht ertrunken bin, ist einer Tat-Sache zu verdanken: Ich habe sie geraucht. Nachgeschmack der Kotze in der Nase, die vielleicht auch schuldig sein könnte, wenn das kalte, hektisch eingesaugte Wasser ihr Ableben scheinbar garantiert. Die Wahrheit liegt nur jenseits dessen: Der eigene Griff zur Zigarette hatte doch alles zum Überlaufen gebracht. Im Rausch überkreuzt sich die Selbstdestruktion mit den Destruktionen eines Scheins, der klare Unterscheidungen von Leib und Körper, Ich und Du, Fiktion und Realie, Vergangenem und Gegenwärtigem, Glücken und Leiden, Übelkeit und Raum behauptet. Nur ein Zug einer Zigarette markiert aber auch das Brechen der Vorstellung, dass der Rausch wirklich ein Anderes sein könnte. Eine Zigarette ist das Anheben des Rausches und sein unweigerliches Ableben. In ihrem Absterben geht eine Form des Glücks auf.
(via sigmundfreudanalyzethis)
Vergegenständlichungen der Schrift I: Die Zahnreihen des Anderen; “Even T. rex’s teeth need attention now and then! Denis shot this photo of the cleaning of the T. rex mount on the Museum’s fourth floor.”
Schöne Schmerzen II: Der böse Blick.
(Quelle: wonderfulambiguity, via suspiria)
Unbestimmt, aber doch das Glück: ein fliegender Fisch.
(Quelle: gewehrfabrik)