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Wonnegrausen

Ich hätt' so gern ein Mozartzöpfchen und den Tausendtod in der Zitationsmasturbation...

"Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe. Gleich Katzen machen sie Buckel, die schnurren innewendig vor ihrem nahen Glücke – alle guten Dinge lachen."
- Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, Frankfurt am Main 1976, S. 297.
Edle Künstler_innen MDCXLIII: Odilon Redon - Die lachende Spinne, 1881.

Edle Künstler_innen MDCXLIII: Odilon Redon - Die lachende Spinne, 1881.

(Quelle: andmymouthisanhourglassofblood)

"Statt zu fragen, wofür wir leben, fragen wir uns nur noch, wie wir möglichst lange leben beziehungsweise überleben können - gemäß den nunmehr völlig fraglos verabsolutierten Prinzipien wie Gesundheit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und - vor allem - Kosteneffizienz. Dies ist nicht allein ein Stück Torheit - gemäß den Worten des Epikur, wonach der Weise niemals das größte Brot wähle, sondern immer das süßeste. Wir begehen damit vielmehr genau das, was in den Augen des römischen Satirikers Juvenal die schlimmste ethische Verfehlung darstellte. Er schrieb: ›Betrachte es als den größten Frevel, das nackte Leben höher zu stellen als die Scham. Und um des Lebens willen die Gründe, für die es sich zu leben lohnt, zu verlieren.‹"
- Robert Pfaller, »Wofür es sich zu leben lohnt. Und was uns das vergessen lässt: Über-Ich, Narzissmus, Beuteverzicht«, in: Christoph Menke und Juliane Rebentisch (Hg.): Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 2010, S. 193. 

(Quelle: edsminorplace)

"Glücklich sein heißt ohne Schrecken seiner selbst innewerden können."
- Walter Benjamin: Einbahnstraße, Frankfurt am Main 1955, S.59. 

(Quelle: nokturn)

Die Angst vor dem, was als Verstümmeltes oder Behindertes, Verkrüppeltes oder Praktisch-Bildbares zirkuliert, ist ja das Gewahrwerden, dass keine unserer Bewegungen gefeit vor dem Ungehinderten des Anderen, was uns in Ohnmacht lässt. Und freilich Extrem der Ohnmacht: Das Etwas uns etwas verunmöglicht, was irgendwie in Modellen einer Einzelwissenschaft beschreibbar sein soll, was irgendwie anatomisch, hirnphysiologisch verunmöglicht sein soll, aber so erst das Abgründige dieser Modellierungen offenbar werden lässt: Was ist der Leib doch Anderes als ein Körper, der beschreibbar, bestimmbar und per definitionem schon verstümmelt ist - um eben die Unmöglichkeit seiner Andersheit.

Die Angst vor dem, was als Verstümmeltes oder Behindertes, Verkrüppeltes oder Praktisch-Bildbares zirkuliert, ist ja das Gewahrwerden, dass keine unserer Bewegungen gefeit vor dem Ungehinderten des Anderen, was uns in Ohnmacht lässt. Und freilich Extrem der Ohnmacht: Das Etwas uns etwas verunmöglicht, was irgendwie in Modellen einer Einzelwissenschaft beschreibbar sein soll, was irgendwie anatomisch, hirnphysiologisch verunmöglicht sein soll, aber so erst das Abgründige dieser Modellierungen offenbar werden lässt: Was ist der Leib doch Anderes als ein Körper, der beschreibbar, bestimmbar und per definitionem schon verstümmelt ist - um eben die Unmöglichkeit seiner Andersheit.

(Quelle: anormaux)

"Ob einer glücklich ist, kann er dem Winde anhören. Dieser mahnt den Unglücklichen an die Zerbrechlichkeit seines Hauses und jagt ihn aus leichtem Schlaf und heftigem Traum. Dem Glücklichen singt er das Lied seines Geborgenseins: Sein wütendes Pfeifen meldet, dass er keine Macht mehr hat über ihn."
- Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben, Frankfurt am Main 1951, S. 54. 

(Quelle: hankythewanky, via brainexpectingrain)

Glückliche Tage der Menschheit XVIII: Mit Zigarette an Granatwerfern gegen Gaddafi.

Glückliche Tage der Menschheit XVIII: Mit Zigarette an Granatwerfern gegen Gaddafi.

(via morgenthau)

Schwierige Vergegenständlichungen notwendiger Metaphern XXIII:  Der Nach-Rausch. Es klebt, im Bett, vor allem im Kopf, der ziehende Schmerz von Schläfe bis Hinterraum, der etwas eröffnet, was unmöglich an der Schädeldecke seine Grenze finden kann. Vielleicht ist etwas ausgetreten. Wahr-Scheinlich. Es schwimmt. Die Augen können sich nur schwierig öffnen, irgendwie zwischen leicht wässrig bis staubtrocken changierend, ein Sog, der irgendwie alles kreisen lässt, was unmöglich irgendwo im Bett seinen Anfang hatte, aber doch in dieser alles erdrückenden Übelkeit seinen Grund, seinen Ab-Grund finden mag… nur jetzt nicht dies eine, dieses Anfüllen der Augen, das Schwärzeln und Krampfen irgendwo weit unten - ach, wenn es sich doch ergösse, wenn es doch hervorträte -  niemals. Das krampfhafte Schließen der Augen, das Wieder- und Wiederschlafenwollen, das Einkehren des Kopfes, das Versenken in die Falten des Kissens treibt den Sog nur weiter an; er hat sich längst auch dem Boden bemächtigt, nicht nur der Luft, der Spiegelungen. Nur noch einmal einschlafen. Spuren davon. Spuren davon, dass Scherben überall dort liegen, Scherben irgendwelcher Begegnungen, Tritte und Kratzungen, Sprachfetzen und Austritte. Irgendetwas war vorgefallen, was irgendwo jetzt dort zu einer Woge sich ansammelt und sich ausspülen will. Ein Stich im Fuß.
Der Stich kann nicht nachlassen, weil er nicht lokalisiert wurde. Er hat sich der Erscheinung des Zimmers bemächtigt. Er ist in der Bettdecke, wie in der Matratze, weil man ständig dagegen kommt. Es kann unmöglich nicht überall dort sein, wo wir hinlangen können. Finger können es betasten, irgendwann, nach endlosen, zwecklosen Streckungen, die sich langsam die Wirbelsäule hinunterkrampften. Jetzt einfach sterben. Schwärze nur noch Schwärze. Doch aus dem Ritz kommt eine kleine, längliche rote Scherbe, so fein zugespitzt, dass es irgendwie schön war, dass sie dort steckte. Denn vor diesem Zeitpunkt hatte sich alles auf den Schmerz im Fuß konzentriert, jetzt wurden die Darmwälle von einer Übelkeit überflutet, die Blut mit Austritt streng assoziiert ließ.   
Dass ich nicht ertrunken bin, ist einer Tat-Sache zu verdanken: Ich habe sie geraucht. Nachgeschmack der Kotze in der Nase, die vielleicht auch schuldig sein könnte, wenn das kalte, hektisch eingesaugte Wasser ihr Ableben scheinbar garantiert. Die Wahrheit liegt nur jenseits dessen: Der eigene Griff zur Zigarette hatte doch alles zum Überlaufen gebracht. Im Rausch überkreuzt sich die Selbstdestruktion mit den Destruktionen eines Scheins, der klare Unterscheidungen von Leib und Körper, Ich und Du, Fiktion und Realie, Vergangenem und Gegenwärtigem, Glücken und Leiden, Übelkeit und Raum behauptet. Nur ein Zug einer Zigarette markiert aber auch das Brechen der Vorstellung, dass der Rausch wirklich ein Anderes sein könnte. Eine Zigarette ist das Anheben des Rausches und sein unweigerliches Ableben. In ihrem Absterben geht eine Form des Glücks auf.

Schwierige Vergegenständlichungen notwendiger Metaphern XXIII:  Der Nach-Rausch. Es klebt, im Bett, vor allem im Kopf, der ziehende Schmerz von Schläfe bis Hinterraum, der etwas eröffnet, was unmöglich an der Schädeldecke seine Grenze finden kann. Vielleicht ist etwas ausgetreten. Wahr-Scheinlich. Es schwimmt. Die Augen können sich nur schwierig öffnen, irgendwie zwischen leicht wässrig bis staubtrocken changierend, ein Sog, der irgendwie alles kreisen lässt, was unmöglich irgendwo im Bett seinen Anfang hatte, aber doch in dieser alles erdrückenden Übelkeit seinen Grund, seinen Ab-Grund finden mag… nur jetzt nicht dies eine, dieses Anfüllen der Augen, das Schwärzeln und Krampfen irgendwo weit unten - ach, wenn es sich doch ergösse, wenn es doch hervorträte -  niemals. Das krampfhafte Schließen der Augen, das Wieder- und Wiederschlafenwollen, das Einkehren des Kopfes, das Versenken in die Falten des Kissens treibt den Sog nur weiter an; er hat sich längst auch dem Boden bemächtigt, nicht nur der Luft, der Spiegelungen. Nur noch einmal einschlafen. Spuren davon. Spuren davon, dass Scherben überall dort liegen, Scherben irgendwelcher Begegnungen, Tritte und Kratzungen, Sprachfetzen und Austritte. Irgendetwas war vorgefallen, was irgendwo jetzt dort zu einer Woge sich ansammelt und sich ausspülen will. Ein Stich im Fuß.

Der Stich kann nicht nachlassen, weil er nicht lokalisiert wurde. Er hat sich der Erscheinung des Zimmers bemächtigt. Er ist in der Bettdecke, wie in der Matratze, weil man ständig dagegen kommt. Es kann unmöglich nicht überall dort sein, wo wir hinlangen können. Finger können es betasten, irgendwann, nach endlosen, zwecklosen Streckungen, die sich langsam die Wirbelsäule hinunterkrampften. Jetzt einfach sterben. Schwärze nur noch Schwärze. Doch aus dem Ritz kommt eine kleine, längliche rote Scherbe, so fein zugespitzt, dass es irgendwie schön war, dass sie dort steckte. Denn vor diesem Zeitpunkt hatte sich alles auf den Schmerz im Fuß konzentriert, jetzt wurden die Darmwälle von einer Übelkeit überflutet, die Blut mit Austritt streng assoziiert ließ.   

Dass ich nicht ertrunken bin, ist einer Tat-Sache zu verdanken: Ich habe sie geraucht. Nachgeschmack der Kotze in der Nase, die vielleicht auch schuldig sein könnte, wenn das kalte, hektisch eingesaugte Wasser ihr Ableben scheinbar garantiert. Die Wahrheit liegt nur jenseits dessen: Der eigene Griff zur Zigarette hatte doch alles zum Überlaufen gebracht. Im Rausch überkreuzt sich die Selbstdestruktion mit den Destruktionen eines Scheins, der klare Unterscheidungen von Leib und Körper, Ich und Du, Fiktion und Realie, Vergangenem und Gegenwärtigem, Glücken und Leiden, Übelkeit und Raum behauptet. Nur ein Zug einer Zigarette markiert aber auch das Brechen der Vorstellung, dass der Rausch wirklich ein Anderes sein könnte. Eine Zigarette ist das Anheben des Rausches und sein unweigerliches Ableben. In ihrem Absterben geht eine Form des Glücks auf.

(via sigmundfreudanalyzethis)

"Aber bevor ich dies eingehender prüfe, und zugleich die anderen Wahrheiten erforsche, die daraus gezogen werden könne, ist es angebracht, an dieser Stelle eine Zeitlang in der Kontemplation Gottes selbst zu verweilen, seine Attribute bei mir zu erwägen, und die Schönheit seines unermeßlichen Lichtes zu erblicken, zu bewundern und zu verehren, so weit die Schärfe meiner vernebelten Geisteskraft es erlaubt. Denn so, wie wir aus der göttlichen Majestät das höchste Glück des jenseitigen Lebens besteht, ebenso erfahren wir schon jetzt, daß aus derselben Kontemplation, sei sie auch sehr viel weniger vollkommen, die größte Lust gewonnen werden kann, derer wir in diesem Leben fähig sind."
- René Descartes: Meditationen, Hamburg 2009, S. 57.
Vergegenständlichungen der Schrift I: Die Zahnreihen des Anderen; “Even T. rex’s teeth need attention now and then! Denis shot this photo of the cleaning of the T. rex mount on the Museum’s fourth floor.”

Vergegenständlichungen der Schrift I: Die Zahnreihen des Anderen; “Even T. rex’s teeth need attention now and then! Denis shot this photo of the cleaning of the T. rex mount on the Museum’s fourth floor.”

"herr koester kauft sich für sein geld häuser und autos und solches zeug. die lehrlinge wissen dass das alles nicht glücklich macht. sie geben im fernsehen gut acht was man mit dem schönen geld alles anfangen kann. im fernsehen haben leute mit viel geld oft schwierigkeiten. manchmal verlieren sie sogar ihr vermögen. das kann gerda und ingrid nicht geschehen. sie sparen auf mopeds kleidung reisen fotoapparate und auf andere klasse dinge. ätsch sagt ein lehrling. herr koester hat kein moped aber ich kauf mir bald eines. für 2 tage gehört gerda und ingrid die welt die ihnen im tv gezeigt wird. das tv zeigt ihnen auch gleich was sie mit dieser welt alles machen können. die andre wirkliche welt gehört natürlich herrn koester. aber die ist auch nicht so aufregend. immer nur langweilige parties golfspiel und so. nein da hat unser flipper doch viel viel aufregendere abenteuer zu bestehen. jeder lehrling ist sein eigener mini flipper. jeder lehrling wünscht sich einen kleinen mini porter ricks. diese welt ist auch prima wenn die tage nicht so ganz voll sonne sind. aber meistens sind sie ja voll sonne. ausserdem: fernsehen kann man im zimmer!"
- Elfriede Jelinek: Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft, Reinbeck bei Hamburg 1972, S. 129.
Schöne Schmerzen II: Der böse Blick.

Schöne Schmerzen II: Der böse Blick.

(Quelle: wonderfulambiguity, via suspiria)

Unbestimmt, aber doch das Glück: ein fliegender Fisch.

Unbestimmt, aber doch das Glück: ein fliegender Fisch.

(Quelle: gewehrfabrik)

Oh, Du Schönstes aller Geschöpfe!

Oh, Du Schönstes aller Geschöpfe!