"Daß sie aufhört geheimnisvoll zu sein, ist ein Rätsel vielleicht, ja selber noch ein Geheimnis, aber von flüchtiger Dauer, geknüpft an den Augenblick, da beide, ohne ihre frühern Behelfe aufzugeben, beharrlich weitersprechen, als wäre Sprechen immer auch Sehen zugleich. Doch anders als ein Geheimnis, das beide betrifft, ist ihm die Art und Weise unannehmbar, wie auf ihn und sie das Ereignis zukommt, daß gerade sie, in einer Gegenwart der Zukunft oder Vergangenheit, zufällig und leichthin jeden Geheimnisses bar wird, Ereignis, das aufragt wie ein Mal des Vergessens, der Uniwssenheit und des Wartens, aufragt wie ihre eigene Anwesenheit (vergessen, ungewußt, erwartet), im Mittelpunkt des Wort-Raums.
Während sie jeden Geheimnisses bar wird, meint er, sie zu sehen im Namen ebendieses Geheimnisses, das sich von ihr zurückzieht; doch was er sieht, ist wiederum er, der darin versinkt, im Augenblick, da er die Gebärde sucht, die ihn davon erlöst."
- Maurice Blanchot: Warten und Vergessen, Frankfurt am Main 1964, S. 110.