"Glück wird aus Verlust geboren,
Ewig ist nur, was verloren."
- Henrik Ibsen zitiert nach: Walter Benjamin: Brief an Max Horkheimer vom 28. März 1937, in: Rolf Tiedemann und Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band II.3, Frankfurt am Main 1991, S. 1338.
(Quelle: walter-benjamin-bluemchen)
"– »Nie mehr, nie mehr!«
– Und doch ist da ein Widerspruch: dieses »Nie mehr« ist nicht ewig, weil man selbst eines Tages stirbt.
»Nie mehr« ist das Wort eines Unsterblichen."
- Roland Barthes: Tagebuch der Trauer, München 2010, S. 21.
"Wenn die sogenannte Krebszelle, die sich unendlich reproduziert, ewig ist, denkt derjenige, der daran stirbt, und das ist die Ironie seines Todes: ‘Ich sterbe an meiner Ewigkeit’."
- Maurice Blanchot: Die Schrift des Desasters, München 2005, S. 109.
"Im Zusammen-Erscheinen wird folgendes exponiert - und dies sollte man in allen denkbaren Kombinationen zu lesen wissen: ‘du (b(ist) / und) (ganz anders als) ich’; oder einfacher gesagt: du Mit-Teilung ich."
- Jean-Luc Nancy: Die undarstellbare Gemeinschaft, Stuttgart 1988, S. 65.
"Die Trauer muß unmöglich sein. Die gelungene Trauer ist eine verfehlte Trauer. In der gelungenen Trauer inkorporiere ich den Toten, assimiliere ich ihn mir, versöhne ich mich mit dem Tod und verleugne ich infolgedessen den Tod und die Alterität des Anderen-als-Gestorbenen. Ich bin also untreu. Da, wo die von Trauer erfüllte Introjektion gelingt, annulliert die Trauer den Anderen. Ich nehme ihn auf mich, und infolgedessen verleugne oder begrenze ich seine unendliche Andersheit.
[…] Die Trauer schreibt mir sowohl die Notwendigkeit als auch die Unmöglichkeit der Trauer vor. Sie macht es mir zur Pflicht, den Anderen in mich hinzunehmen, ihn in mir leben zu lassen, ihn zu idealisieren, ihn zu verinnerlichen, aber auch, die Trauerarbeit nicht zum gelungenen Abschluß zu bringen: Der Andere muß der Andere bleiben. Er ist wirklich gegenwärtig tot, doch wenn ich ihn in mich als einen Teil von mir hineinnehme und wenn ich folglich diesen Tod des Anderen durch eine gelungene Trauerarbeit ‘narzissiere’, vernichte ich den Anderen, verringere oder leugne ich seinen Tod. Die Untreue beginnt da, zumindest setzt sie sich in dieser Weise fort und verschärft sich noch."
- Jacques Derrida zitiert nach Jacques Derrida & Elisabeth Roudinesco (Hg.): Woraus wird Morgen gemacht? Ein Dialog, Stuttgart 2006, S. 264.
"Wenn die sogenannte Krebszelle, die sich unendlich reproduziert, ewig ist, denkt derjenige, der daran stirbt, und das ist die Ironie seines Todes: ‘Ich sterbe an meiner Ewigkeit”."
- Maurice Blanchot: Die Schrift des Desasters, München 2005, S. 109.