"Die Materie versteht keinen Spaß. Sie ist immer von tragischem Ernst erfüllt. Wer könnte es wagen zu denken, man könne mit der Materie spielen, man könne sie nur zum Scherz formen und der Scherz wachse nicht in sie hinein, fräße sich nicht sofort in sie hinein wie das Schicksal, wie die Bestimmung? Ahnt ihr den Schmerz, das stumme, eingesperrte Leid, das in die Materie eingeschmiedete Leid…"
"Es besteht folglich eine unüberbrückbare Kluft zwischen Würde und Bewußtsein, zwischen denen, die, hin- und hergerissen zwischen Offenheit und Schließung, zwischen Ironie und Ernst, es immer wieder ernst meinen und an der Ironie immer wieder scheitern, und denen, die sich der Gründe für das unvermeidliche Scheitern der anderen bewußt sind und an der Erfordernis politischer Verhandlung nicht weniger festhalten als an ihrem Schein: Hegemonie der Einsicht, von der die Einsicht in die Hegemonie abhängt. Während jene stets ihre Würde, wo sie sich eifernd in den Konflikt begeben, an die tödliche Wut des Wahns und, wo sie sich erschöpft aus dem Konflikt zurückziehen, an die Leblosigkeit der schönen Seele zu verlieren drohen, droht diesen das Schicksal des heuchlerischen, ohnmächtig mächtigen Intellektuellen."
- Alexander García Düttmann: Odd Moves. Übertreibung und Ironie, in: Ders.: Philosophie der Übertreibung, Frankfurt am Main 2004, S. 84.