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Wonnegrausen

Ich hätt' so gern ein Mozartzöpfchen und den Tausendtod in der Zitationsmasturbation...

"Und Franzis Vater hackte auf etwas anderem herum, so wie jemand beim Stricken an den Fäden zieht, um ein Loch zu machen; aber ihr Vater versuchte etwas in seinem Innern aufzutrennen und aufzuzerren, das von den Jahren, die er gelebt hatte, gestrickt worden war, und dessen Muster, die Links- und Rechtsmaschen der Zeit, durcheinandergeraten und ganz anders geworden war, als er sich erträumt hatte."
- Janet Frame: Wenn Eulen schrein, Frankfurt am Main 1996, S. 44.
"Kommunismus, Gemeinschaft: solche Termini sind wirklich Termini, insofern die Geschichte, die grandiosen Enttäuschungen der Geschichte sie uns auf dem Hintergrund eines Desasters erkennen lassen, das weit über den Ruin hinausgeht.
Entehrte oder verratene Begriffe, das gibt es nicht, wohl aber Begriffe, die nicht »angemessen« sind ohne ihre eigentliche oder uneigentliche Preisgabe (die nicht ihre schlichte Negation ist), und das erlaubt uns nicht, sie ruhig zurückzuweisen oder zu verwerfen. Was immer wir vorhaben, wir sind gerade durch ihre Zerrüttung ans sie gebunden."
- Maurice Blanchot: Die uneingestehbare Gemeinschaft, Berlin 2007, S. 10.
"Aber gerade im Unglück ist der Mensch immer bereits verschwunden: die Eigenart des Unglücks besteht darin, daß es niemanden mehr gibt, der es verursacht oder erleiden könnte; äußerstenfalls gibt es niemals einen Unglücklichen, er erscheint nicht wirklich, er hat keine andere Identität mehr als seine Lage, von der er sich nicht mehr unterscheidet und die ihn niemals er selbst sein läßt, weil sie, als Unglückslage, unaufhörlich bestrebt ist, sich abzusetzen, sich in der Leere eines Nirgendwo ohne Grundlage aufzulösen."
- Maurice Blanchot: Das Menschengeschlecht, in: Ders.: Das Unzerstörbare. Ein unendliches Gespräch über Sprache, Literatur und Existenz, München 1991, S. 197.
"Das geschriebene Wort; wir leben nicht mehr in ihm, nicht daß es kund tue: “gestern, das war das Ende”, vielmehr ist es unser Uneinverständnis, die Gabe des prekären Wortes."
- Maurice Blanchot: Die Schrift des Desasters, München 2005, S. 176.
"Spinoza, Kant, Blake, Hegel, Schelling, Proudhon, Marx, Stirner, Baudelaire, Lautréamont, Rimbaud, Nietzsche: die bloße Aufzählung dieser Namen ist schon der Anfang eures Desasters."
- Louis Aragon u.a.: Zuerst und immer die Revolution!, in: Heribert Becker (Hg.): Es brennt! Pamphlete der Surrealisten, Hamburg 1998, S. 38.
Schwierige Vergegenständlichungen notwendigmöglicher Metaphern I: Das Naturschöne des Erhabenen.

Schwierige Vergegenständlichungen notwendigmöglicher Metaphern I: Das Naturschöne des Erhabenen.

(via sigmundfreudanalyzethis)

In Erwartung eines Montagmorgens.

In Erwartung eines Montagmorgens.

(Quelle: darkmindbrightfuture, via nevver)

Das Jenseits der Trümmer.

Das Jenseits der Trümmer.

(via mimikry)

Natur bleibt Barbarei MDCLXIII: Nur diese zirkulierende Moralinsäure, die Hysterie der spektakulären Biotope, diese Dreitagesbetroffenheit und die Unfähigkeit, irgendetwas mal in einem Verhältnis zu betrachten, das ist Natur.

Natur bleibt Barbarei MDCLXIII: Nur diese zirkulierende Moralinsäure, die Hysterie der spektakulären Biotope, diese Dreitagesbetroffenheit und die Unfähigkeit, irgendetwas mal in einem Verhältnis zu betrachten, das ist Natur.

(via study8)

"Kommunismus, Gemeinschaft: solche Termini sind wirkliche Termini, insofern die Geschichte, die grandiose Enttäuschung der Geschichte sie uns auf dem Hintergrund eines Desasters erkennen lassen, das weit über den Ruin hinausgeht.
Entehrte oder verratene Begriffe, das gibt es nicht, wohl aber Begriffe, die nicht ‘angemessen’ sind ohne ihre eigentliche oder uneigentliche Preisgabe (die nicht ihre schlichte Negation ist), und das erlaubt uns nicht, sie ruhig zurückzuweisen oder zu verwerfen. Was immer wir vorhaben, wir sind gerade durch ihre Zerrüttung an sie gebunden. Während ich das schreibe, lese ich die Zeilen von Edgar Morin, die viele von uns gutheißen können: “Der Kommunismus ist die wichtigste Frage und die entscheidende Erfahrung meines Lebens. Ich habe nicht aufgehört, mich in den Bestrebungen wiederzuerkennen, die er zum Ausdruck bringt, und ich glaube immer noch an die Möglichkeit einer anderen Gesellschaft und einer anderen Menschheit.”
Diese schlichte Behauptung mag naiv erscheinen, aber in ihrer Redlichkeit sagt sie uns etwas, dem wir uns nicht entziehen können: warum? was hat es mit der Möglichkeit auf sich, die stets auf die eine oder andere Weise in ihre Unmöglichkeit verwickelt ist?"
- Maurice Blanchot: Die uneingestehbare Gemeinschaft, Berlin 2007, S. 10.
Natur ist Barbarei LXVII (bravemurderday:theworldwelivein:Hvítserkur, Iceland© sigfus.sigmundsson).

Natur ist Barbarei LXVII (bravemurderday:theworldwelivein:Hvítserkur, Iceland© sigfus.sigmundsson).

"Es gibt keinen Verneiner, der nicht nach einem katastrophalen Ja dürstet."
- E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein (via noxe).