"Das höllenfarbene Mädchen bog den schlanken Stielleib hinüber, Augen belichteten uns kurz."
- Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas, Stuttgart 1988, S. 38.
"Vielleicht sollte man auch sagen, in der Liebe spürt man, wie der Körper sich selbst schließt. Unter den Fingern des Anderen, die über den Körper gleiten, beginnen alle unsichtbaren Teile des Körpers zu existieren. An den Lippen des Anderen werden die eigenen Lippen spürbar. Vor seinen halb geschlossenen Augen erlangt das eigene Gesicht Gewissheit. Endlich ist da ein Blick, der die geschlossenen Lider zu sehen vermag."
- Michel Foucault: Der utopische Körper, in: Daniel Defert (Hg.): Michel Foucault - Die Heterotopien, Les hétérotopies, Der utopische Körper, Le corps utopique, Frankfurt am Main 2005, S.35f.
(Quelle: nokturn)
"Er versteht mich schon und dann schnell zurück, ich will seine Blicke aus deinen Augen lesen."
- Georg Büchner: Dantons Tod, in: Werner Lehmann (Hg.): Georg Büchner – Werke und Briefe, München 1980, S. 58.
"Ein langes Jahr ist nun verstrichen, ein Jahr, in dem Dir sicherlich manches begegnet ist. Aber Du sagst mir nicht, wie weit unser eigener Mai und Juni hinter diesem Jahr zurückliegen..
Wie weit oder wie nah bist Du, Ingeborg? Sag es mir, damit ich weiß, ob Du die Augen schließt, wenn ich Dich jetzt küsse.
Paul"
- Paul Celan: Brief an Ingeborg Bachmann vom 20. August 1949, in: Bertrand Badiou (Hg. u.a.): Ingeborg Bachmann Paul Celan - Briefwechsel, Frankfurt am Main 2008, S. 13.