"Heute neigt man eher dazu, das Leiden als Argument gegen das Dasein in Anschlag zu bringen. Eine solche Argumentation zeugt von einer Art des Denkens, die uns teuer, freilich aber reaktiv ist. Wir nehmen darin nicht nur den Platz des Leidenden ein, sondern machen den Standpunkt des Menschen des Ressentiments, der seine Reaktionen nicht mehr ausagieren kann, zu dem unseren. Wollten wir doch verstehen, daß der aktive Sinn des Leidens in einer anderen Perspektive aufscheint: Das Leiden ist kein Argument gegen das Leben, vielmehr ein Anreiz für dasselbe, ein “Köder für das Leben”, ein Argument, das zu seinen Gunsten spricht. Leiden sehen oder selbst leiden, Schmerzen zufügen, macht eine Struktur des Lebens als aktivem aus, bildet eine aktive Äußerung desselben."