"In der Zeit der kürzesten, verschlafenen Wintertage, die auf beiden Seiten, sowohl vom Morgen als auch vom Abend her, in die pelzigen Ränder der Dämmerung eingefaßt waren, in der Zeit, in der sich die Stadt, vom kurzen Morgengrauen mühsam zur Besinnung und zur Umkehr gerufen, immer wieder in die Labyrinthe der Winternächte verästelte, war mein Vater schon an jene Sphäre verloren, verkauft und ihr versprochen.
Sein Gesicht und sein Kopf waren damals wild und üppig mit grauem Haar bewachsen, das ihm in unregelmäßigen Büscheln, Borsten und langen Pinseln aus Warzen, Brauen und Nasenlöchern herausragte und seiner Physiognomie das Aussehen eines alten, struppigen Fuchses verlieh.
Sein Geruchssinn und sein Gehör hatten sich unverhältnismäßig geschärft, und man konnte am Spiel seines schweigenden und angespannten Gesichts erkennen, daß er mit Hilfe dieser Sinne dauernd in Kontakt zu einer unsichtbaren Welt stand, der Welt der dunklen Schlupfwinkel, Mauselöcher, Rauchkanäle und der morschen Hohlräume unter den Fußböden."
- Bruno Schulz: Die Zimtläden, München 2008, S. 84.