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Das Wonnegrausen

Ein Journal für den Jungspundhegelianismus après la lettre

Go for Gold!

Go for Gold!

(Quelle: luggah)

Das hätte die Marburger Ritterstraße 1976 werden können.

(Quelle: deseopolis, via areashape)

Mahnmal gegen die Sklaverei in der Karibik.

Mahnmal gegen die Sklaverei in der Karibik.

(Quelle: rosecoloredwayfarers, via raeuberhoehle)

Spiegeln.

Spiegeln.

(Quelle: clumsy-bell, via zartcore)

Orte der Verdammnis I: Bad Kreuznach, da wo Marx heiratete.

Orte der Verdammnis I: Bad Kreuznach, da wo Marx heiratete.

(Quelle: infiniteinterior, via sandman-kk)

Wunsch der Transparenz.

Wunsch der Transparenz.

(Quelle: norahcstone, via minimalillusion)

Edle Denker MDCLXI: André Kertész, Paris (1925-35).

Edle Denker MDCLXI: André Kertész, Paris (1925-35).

(Quelle: blackpicture, via hinted-by-the-winter)

Tagged with:  #katzen  #schwärze
Gesetze der Vernunft MDCLXI: Grafitti wird endlich abstrakt und vollzieht jene Wendung der Malerei, die diese schon viel zu früh annahm, um noch das angemessenste Grafitti veraltet wirken zu lassen, ist sie denn wirklich so abstrakt. Das abstrakte Grafitti ist der Ausschnitt eines Scratchings, die Gewalt, die selbst die Zeichen zertrümmert, die das Gemalte an das Eigentums des eigenen Namens binden. Denn ist es nicht so, dass das Grafitti in seiner hegemonialen Form bloß die Unterschrift des Malers ist?

Gesetze der Vernunft MDCLXI: Grafitti wird endlich abstrakt und vollzieht jene Wendung der Malerei, die diese schon viel zu früh annahm, um noch das angemessenste Grafitti veraltet wirken zu lassen, ist sie denn wirklich so abstrakt. Das abstrakte Grafitti ist der Ausschnitt eines Scratchings, die Gewalt, die selbst die Zeichen zertrümmert, die das Gemalte an das Eigentums des eigenen Namens binden. Denn ist es nicht so, dass das Grafitti in seiner hegemonialen Form bloß die Unterschrift des Malers ist?

(Quelle: dmndsschoenheiten, via spurloser)

Tagged with:  #historizität  #art

Naturschönes des Geschichtlichen.

(Quelle: nevver)

Vor 1 Tag 2607 notes

Tagged with:  #doom

Naturschönes.

(Quelle: kateoplis, via blazinuzumaki)

Kunstbetrachtungen III: Eine vollendete Katastrophe einer chronisch unterbelichteten Form, die durch den Nebel meint, irgendeine Stimmung der Getragenheit oder des spirituell Feierlichen zu unterbreiten, die immer in Gefahr steht, zum Postkartenmotiv einer GEO erniedrigt zu werden. Man hört auf ihnen förmlich das Schreien von Gorillas im Nebel oder das Schwarzwaldgeraune. Überhaupt die Schwärze des Sees und das Hinabpeitschen der Wassermassen, die in eine Tiefe prasseln, dass uns die dumpfen Schläge der Mörser und der Gewehrsalven sanft schütteln in unserer Erinnerung, an irgendeinen dieser unwahren Heroismen. Was in diesen Wäldern schreit, mag die Angst sein, die Orientierungslosigkeit oder der Stumpfsinn. Aber es muss doch auch so sein, dass man diesen Sprühnebel auf der Haut fühlt, dieses kühl Dampfende dieser Wälder, die üppig mit Farnen und Lebermoosen gesäumt, als ginge es um die schwülstige Feuchte einer Vivisektion. Diese Dämpfe, dieser Zerfall des Laubs, diese Fäule, die im Erhabenen der Natur aufscheint, dass die Zeit solcher Bilder nur in den Illustrierten oder in den Museen abgelaufen ist. Solche Motive dekorieren die Wohnzimmer der Weltreisenden und Hochstapler.

Kunstbetrachtungen III: Eine vollendete Katastrophe einer chronisch unterbelichteten Form, die durch den Nebel meint, irgendeine Stimmung der Getragenheit oder des spirituell Feierlichen zu unterbreiten, die immer in Gefahr steht, zum Postkartenmotiv einer GEO erniedrigt zu werden. Man hört auf ihnen förmlich das Schreien von Gorillas im Nebel oder das Schwarzwaldgeraune. Überhaupt die Schwärze des Sees und das Hinabpeitschen der Wassermassen, die in eine Tiefe prasseln, dass uns die dumpfen Schläge der Mörser und der Gewehrsalven sanft schütteln in unserer Erinnerung, an irgendeinen dieser unwahren Heroismen. Was in diesen Wäldern schreit, mag die Angst sein, die Orientierungslosigkeit oder der Stumpfsinn. Aber es muss doch auch so sein, dass man diesen Sprühnebel auf der Haut fühlt, dieses kühl Dampfende dieser Wälder, die üppig mit Farnen und Lebermoosen gesäumt, als ginge es um die schwülstige Feuchte einer Vivisektion. Diese Dämpfe, dieser Zerfall des Laubs, diese Fäule, die im Erhabenen der Natur aufscheint, dass die Zeit solcher Bilder nur in den Illustrierten oder in den Museen abgelaufen ist. Solche Motive dekorieren die Wohnzimmer der Weltreisenden und Hochstapler.

(Quelle: brutalgeneration, via blazinuzumaki)

Tagged with:  #Erhabenes  #ereignis  #historizität
Probleme der Kunstbetrachtung II: Hier ein ähnliches Problem: ein banaler Pathos. Wie sich die Boote hin zu einem Fluchtpunkt zurichten, wie sich die Gipfel dort hinten öffnen, wie die Verblauung einsetzt, wie eine triviale Akzentuierung der Dimensionalität ausreichen soll, um Freiheit, kaiserliches Wetter und überhaupt die verzweifelte Einsamkeit irgendwelcher Fjorde so zu illuminieren, dass man es für das Glück der Menschheit halten könnte. Ach, man beschaue die Braunalgen im Vordergrund oder diese ganzen erbärmlichen Mücken. Kein Mensch fotografiert mehr solche Motive, außer er ist Dilettant oder verbindet damit eine schöne individuelle Erzählung, die offen für Abgründe ist.

Probleme der Kunstbetrachtung II: Hier ein ähnliches Problem: ein banaler Pathos. Wie sich die Boote hin zu einem Fluchtpunkt zurichten, wie sich die Gipfel dort hinten öffnen, wie die Verblauung einsetzt, wie eine triviale Akzentuierung der Dimensionalität ausreichen soll, um Freiheit, kaiserliches Wetter und überhaupt die verzweifelte Einsamkeit irgendwelcher Fjorde so zu illuminieren, dass man es für das Glück der Menschheit halten könnte. Ach, man beschaue die Braunalgen im Vordergrund oder diese ganzen erbärmlichen Mücken. Kein Mensch fotografiert mehr solche Motive, außer er ist Dilettant oder verbindet damit eine schöne individuelle Erzählung, die offen für Abgründe ist.

(Quelle: sapphire1707)

Tagged with:  #naturkitsch  #kritik
Probleme der Kunstbetrachtung II: Blasen auf naturbelassenen Seen, welch Kunst will schon von solchen infantilen Gegensätzen ausgehen? Kann ein Kunstwerk davon zehren? Das Naturschöne ist bloß zu romantischen Sujets gut, die mit einem naturalistischen Symbolismus arbeiten, dass einem bewusst wird, welches Unglück die Bionik, die Populationsgenetik oder Spiralen in der Gynäkologie angerichtet haben – das kann kein Kunstwerk ermessen! Man wünschte sich ein Luftgewehr, um dem Spuk ein Ende zu machen. Und dann wüsste man: Ein schändliches Werk! Wer sich nicht mehr am Naiven erfreuen mag, der ewigen Wiederkehr des immer auch Ungleichen, der ist doch schon ganz stumpf geworden vor lauter Kunstgeschichte und Gattungstheorie. Die Spiegelungen, die sind es doch, die uns anziehen, wie der Horizont gespiegelt erscheint und all das, was diese Spirale bildet, die merkwürdig gedoppelten und getrippelten Blasen, diese Ballons, Eier von Tintenfischen vielleicht oder der Wind, der über einen Kindergeburtstag sehr vom Zufall bedingt so wehte. Ein Graus ist das Naturschöne als Motiv.

Probleme der Kunstbetrachtung II: Blasen auf naturbelassenen Seen, welch Kunst will schon von solchen infantilen Gegensätzen ausgehen? Kann ein Kunstwerk davon zehren? Das Naturschöne ist bloß zu romantischen Sujets gut, die mit einem naturalistischen Symbolismus arbeiten, dass einem bewusst wird, welches Unglück die Bionik, die Populationsgenetik oder Spiralen in der Gynäkologie angerichtet haben – das kann kein Kunstwerk ermessen! Man wünschte sich ein Luftgewehr, um dem Spuk ein Ende zu machen. Und dann wüsste man: Ein schändliches Werk! Wer sich nicht mehr am Naiven erfreuen mag, der ewigen Wiederkehr des immer auch Ungleichen, der ist doch schon ganz stumpf geworden vor lauter Kunstgeschichte und Gattungstheorie. Die Spiegelungen, die sind es doch, die uns anziehen, wie der Horizont gespiegelt erscheint und all das, was diese Spirale bildet, die merkwürdig gedoppelten und getrippelten Blasen, diese Ballons, Eier von Tintenfischen vielleicht oder der Wind, der über einen Kindergeburtstag sehr vom Zufall bedingt so wehte. Ein Graus ist das Naturschöne als Motiv.

(Quelle: excdus, via basava)

"Sie können nämlich, oder Sie sollten an dieser Stelle erkennen, daß für die Philosophie – oder, wie ich es lieber nennen möchte, für jede Erkenntnis, die im Sinne der älteren, des Hegel’schen Sprachgebrauchs als wissenschaftliche Erkenntnis dürfen gelten können – die Darstellung, das also, was man gemeinhin Sprache oder mit einem abscheulichen Ausdruck ‘Stil’ nennt, nicht etwa eine Zutat ist, die gewisse mehr oder minder ästhetisch kultivierte philosophische Schriftsteller etwa, um von der herrschenden Banausie sich abzuheben, nun zu ihren Gedanken hinzufügen, sondern daß ein Denken, das in der Tat der Konsequenz der vollen Implikationen eines dialektischen Verfahrens sich bewußt ist, das also es mit der Dialektik ernst meint, dass eine solche Philosophie der Darstellung im emphatischen Sinne bedarf; daß also nicht etwa wie in der dinghaften Einzelwissenschaft ein fester Inhalt in einer Weise dargestellt werden kann, der eben um der Festigkeit des Inhalts, um seiner Getrenntheit von der Form willen dann auch mit einer gewissen Beliebigkeit und Unverantwortlichkeit sich aussprechen lässt, sondern daß eben gerade die Tatsache, daß der Inhalt kein solcher fester ist, daß er seine Bestimmung überhaupt erst durch den Zusammenhang, in den seine einzelnen Momente treten, findet – also eben durch jenes Ganze, von dem ich versucht habe Ihnen einige Vorstellung zu geben –, [der Darstellung im emphatischen Sinne bedarf. …]."
- Theodor W. Adorno: Einführung in die Dialektik, Frankfurt am Main 2010, S. 297.