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Das Wonnegrausen

Ein Journal für den Jungspundhegelianismus après la lettre

"Dies ist auch in der Tat der richtige wissenschaftliche Gesichtspunkt, daß man die Bücher auch der Befreundeten der strengsten Kritik nicht entzieht und niemandem die Abweichung übelnimmt. Ganz anders ist es freilich in dem Fall, wo eine Person, die ganz nichtig ist, sich eine übergroße Bedeutung sich erschlichen hat und nun völlig negiert und totgeschlagen wird. Das kann der Negierte nur persönlich nehmen, weil ihm sein Selbstbewußtsein angetastet wird und er es nicht aus der Affäre zurückziehn kann. Dieser Fall ist Erdmann seiner oder müßte es vielmehr sein, ist es aber nicht. Denn ich finde meine Prophezeiung bestätigt, daß ihm der Beweis seiner Nichtigkeit gar keinen Schaden tut und daß er selbst himmelweit entfernt ist, in meiner Rezension nur irgend etwas Wahres zu finden, weshalb er denn auch imstande sein wird, die Sache ohne Störung zu ertragen. […] So, lieber Freund, gibt es kein Bedürfnis, ja nicht einmal die Möglichkeit ‘der Kooperation der Schule’, darum nicht, weil ihre eigne Entwicklung die ist, daß ihre Gegensätze selbständig gegeneinander agieren."
- Arnold Ruge: Brief an Karl Rosenkranz vom 16. Dezember 1937, in: Die Hegelsche Linke. Dokumente zu Philosophie und Politik im deutschen Vormärz, S. 758.
"Gemessen mit dem Maß von Hegels Geschichte des ‘Geistes’ muß Feuerbachs massiver Sensualismus gegenüber Hegels begrifflich organisierter Idee als ein Rückschritt erscheinen, als eine Barbarisierung des Denkens, die den Gehalt durch Schwulst und Gesinnung ersetzt. Hegel letztes Bedenken, ob der Lärm der Zeitgenossen und die ‘betäubende Geschwätzigkeit’ der sich darauf beschränkenden Eitelkeit überhaupt noch Raum lasse für eine leidenschaftslose Erkenntnis, wird übertönt von der wortreichen Beredsamkeit seiner Schüler, welche die Philosophie mit den Interessen der Zeit versetzten. Auf Hegels Freundschaft mit Goethe folgt das ‘Idyll’ zwischen ‘Ludwig’ (Feuerbach) und ‘Konrad’ (Deubler), dessen biedere Verehrung des ‘großen Mannes’ dem im Grund so harmlosen Gemüte Feuerbachs durchaus gemäß war. Und doch wäre es ein großer Irrtum zu meinen, man könnte auf dem hohen Roß einer verstorbenen Philosophie des Geistes über den ‘Materialismus’ des 19. Jahrhunderts hinwegsetzen. Feuerbachs Versinnlichung und Verendlichung von Hegels philosophischer Theologie ist schlechthin zum Standpunkt der Zeit geworden, auf dem wir nun alle – bewußt oder unbewußt – stehen."
- Karl Löwith: Von Hegel zu Nietzsche, Frankfurt am Main 1969, S. 96.
Stegosauriersierung des Katzenähnlichen.

Stegosauriersierung des Katzenähnlichen.

(Quelle: funny-ftw, via onlyaabutxxx)

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Planschen.

Planschen.

(Quelle: untrustyou, via neology)

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Schleier.

Schleier.

(Quelle: fraukommissar)

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Wohnhaft.

Wohnhaft.

(Quelle: mgnovenija, via zartcore)

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Erleiden.

Erleiden.

(Quelle: artdetails, via hellsung)

Die Provinz und die Stadt – pseudodialektische Versuchungen I

Es müsste immanent zu kritisieren sein, warum wir in der Provinz bleiben. Die Provinz ist dabei kein Ort, der allein geographisch beschrieben werden kann. Auch wenn wir in der Stadt leben, können wir uns nie sicher sein, ob wir nicht doch in der Provinz geblieben sind, mag dies auch “nur” ein geistiges Problem sein. 

Die Grenzen der Provinz reichen bis in die Stadt. Die Stadt ist kein Ort oder Raum, der frei von der Provinz wäre. Es mag Orte der Stadt geben, da lebt es sich wie in der Provinz: Man kennt sich, vielleicht bloß aus Gewöhnung, man geht tagtäglich die gleichen Wege, durchquert dieselben unbekannten Räume, die einen nicht interessieren, sondern langweilen. Es ist mit der Nähe des Dorfes, der Provinz zu vergleichen, wenn uns der Tabakhändler beim Namen nennt oder ein Bibliotheksangestellter oder irgendein anderer Konsument oder Produzent der Stadt. Unsere alltäglichen Lebensvollzüge berühren eine Menge von Leuten, aber nie so viele, als dass wir wirklich sagen könnten, wir lebten anonym oder wir lebten in vollständiger Gemeinschaft mit den Anderen.

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"Zwar haben die eigentlichen Romantiker die heute vollentfaltete Situation in der bürgerlichen Welt gedanklich wie künstlerisch vielfach vorbereitet, zwar hat die klassische Philosophie Versuche unternommen, durch spekulatives Abstrahieren, Verdünnen und Entpersönlichen des religiösen Gehalts dem religiösen Bewusstsein wieder eine objektive Allgemeingeltung zurückzugewinnen, Goethe selbst aber war immer bemüht, jede transzendente Orientiertheit aus Denken, Dichten und Handeln auszumerzen, aus ihnen wirksame Organe einer folgerichtigen und alles umfassenden menschlichen Diesseitigkeit zu formen. Er wußte, daß das religiöse Bedürfnis nur dann absterben kann, wenn es dem Menschen gelingt, alle geistigen und seelischen Energien, die sich bis dahin nur in religiösen Formen ausleben konnten, zu sinnvollen Bestandteilen eines sinnvoll geführten diesseitigen Lebens zu machen. So meint er das religiöse Bedürfnis, wenn er von Religion spricht, und so müssen auch die Zeilen, mit denen wir unsere Betrachtungen in würdigster Weise abschließen zu können meinen, verstanden werden:
/
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, /
Hat auch Religion ; /
Wer jene beide nicht besitzt, /
Der habe Religion. /"
- Georg Lukács: Die Eigenart des Ästhetischen, Band II, Berlin und Weimar 1981, S. 835.
Edle Künstler MDCLXI: James Gleeson – Gondolier with Siren, 1951.

Edle Künstler MDCLXI: James Gleeson – Gondolier with Siren, 1951.

(Quelle: pixography, via hamletmaschine)

Sad eyed lady of the lowlands.

Sad eyed lady of the lowlands.

(Quelle: uromancy, via mer-de-noms)

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